Bericht einer Mutter
Schwangerschaft - wir erwarten ein Kind! Ein dicker Bauch, glücklich lächelnde, werdende Mütter, die Geburt eines gesunden Kindes mit dicken Wangen und die Eltern glücklich und voller Freude. So haben wir uns das alles auch vorgestellt. So wird es in der Werbung gezeigt, darüber wird immer gesprochen. Warum sollte das bei uns anders sein?
Und dann Risikoschwangerschaft - na ja Zwillingsschwangerschaft, das gab es früher auch schon, jeder kennt jemanden mit gesunden Zwillingen und bei der heutigen Medizin und Vorsorge - das klappt schon.
Dritter Monat. Es treten Blutungen auf. Ein gefährlicher Monat, gerade in dieser Zeit gibt es viele Fehlgeburten. Arbeiten geht nicht mehr, also aus der Traum von der mobilen Schwangeren, die bis zum Mutterschutz gesund und fröhlich arbeitet und Sport betreibt. Ruhe ist angesagt zum Wohl der Kinder.
Die Blutungen hören auf, die Schwangerschaft verläuft normal - weiterhin mit Schonung. Der Bauch wächst und wir sind alle ungeheuer stolz und voller Freude. Auf dem Ultraschall sind zwei kleine Babys zu sehen, sie liegen übereinander - so süß. Unsere Kinder bewegen sich. Das Eine tritt immer am Nachmittag, das Andere abends. Schon einen Meter Bauchumfang!
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Nathalie 9 Monate |
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In der Klinik denken sie, ich komme zur Entbindung. Mein Bauch ist halt schon recht stattlich. Als ich erkläre, dass ich erst in der 25. SSW bin, werde ich sofort untersucht. Danach bricht Hektik aus. Ich blute und ein Arzt nach dem anderen erscheint. Einer spricht von Fehlgeburt. Ich sage nein, ich weiß, dass unsere Kinder leben und groß genug sind, um auf die Welt zu kommen; ich hatte nur irrsinnige Angst. Ich werde sofort operiert und bekomme eine Cerclage.
Wehenhemmer und die Angst vor einer Infektion, abends immer wieder Schmerzen. Der Wehenschreiber zeigt nichts. Das Bild einer glücklichen Geburt rückt in weite Ferne. Doch wir halten alles aus, wenn nur den Kindern nichts passiert.
Am Abend des dritten Tages ist alles aus. Eines unserer Babys hat sich schon fast auf die Welt gedrängt. Notkaiserschnitt, die Herztöne eines Babys sind nicht mehr festzustellen. 18.50 Uhr, ich falle in Narkose, die Kinder kommen um 19 Uhr auf die Welt. Nach vier Stunden komme ich langsam zu mir. Ich hoffe, dass die Kinder über 1000 g wiegen. Mein Mann sagt, dass wir zwei kleine Töchter haben, sehr kleine 900 g und 850 g. Statt Freude - Angst und Sorgen, so hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber sie leben, nur das zählt jetzt für uns.
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Nathalie 15 Monate |
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Nathalie 6 Jahre |
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