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Ausführliche Informationen über den Elternkreis




Elternkreis Frühgeborene und kranke Neugeborene Mannheim e.V.

... eine Gruppe von Eltern, Schwestern, Pflegern und Ärzten, die mit Ihnen unsere Interessengemeinschaft weiterentwickeln möchte.
Martin
1570 g
31. SSW
beim Känguruhen
Nathalie
900 g
25. SSW
im Inkubator

NORMAL

Lisa ist zu groß.
Anna zu klein.
Daniel ist zu dick.
Emil ist zu dünn.
Fritz ist zu verschlossen.
Flora ist zu offen.
Cornelia ist zu schön.
Erwin ist zu hässlich.
Hans ist zu dumm.
Sabine ist zu clever.
Traudel ist zu alt.
Theo ist zu jung.

Jeder ist irgendetwas zuviel.
Jeder ist irgendetwas zu wenig.

Jeder ist irgendwie nicht normal.

Ist hier jemand,
der ganz normal ist?
Nein hier ist niemand,
der ganz normal ist.

Das ist normal.
Unser Aufgabe sehen wir darin, Bindeglied zwischen betroffenen Eltern und dem Krankenhaus darzustellen.

Warum überhaupt?...

Kind bekommen bedeutet 9 Monate Schwangerschaft, Entbindung, 5 Tage Krankenhaus, Entlassung, Freude für alle ....!

Es kann aber auch anders kommen ....

Das Kind kommt zu früh oder ist nach der regulären Geburt krank.
Eine überraschende Situation für die Eltern und deren Verwandte, die sich mit dem Problem eines anderen als normalen möglicherweise in irgendeiner Form kranken oder gehandicapten Kindes auseinandersetzen zu müssen.
Martin
direkt nach der Geburt
1.570 g
31. SSW
Das bedeutet möglicherweise 30, 60 Tage Krankenhaus, Entlassung, Unsicherheit und Belastung für alle.

z. B.: im Raum Mannheim ca. 800 Fälle im Jahr
  Bundesweit ca. 65000 mal

Frühgeborene bzw. kranke Neugeborene können nicht oder eingeschränkt
  • selbst atmen
  • Nahrung aufnehmen
  • die Körpertemperatur halten

Sie sind krank und sie brauchen Intensivtherapie um zu überleben.
Die Kinder können Folgeerkrankungen haben und unter Teilleistungsstörungen leiden.



Wer sind wir?
Bericht einer Mutter

Schwangerschaft - wir erwarten ein Kind! Ein dicker Bauch, glücklich lächelnde, werdende Mütter, die Geburt eines gesunden Kindes mit dicken Wangen und die Eltern glücklich und voller Freude. So haben wir uns das alles auch vorgestellt. So wird es in der Werbung gezeigt, darüber wird immer gesprochen. Warum sollte das bei uns anders sein?
Und dann Risikoschwangerschaft - na ja Zwillingsschwangerschaft, das gab es früher auch schon, jeder kennt jemanden mit gesunden Zwillingen und bei der heutigen Medizin und Vorsorge - das klappt schon.
Dritter Monat. Es treten Blutungen auf. Ein gefährlicher Monat, gerade in dieser Zeit gibt es viele Fehlgeburten. Arbeiten geht nicht mehr, also aus der Traum von der mobilen Schwangeren, die bis zum Mutterschutz gesund und fröhlich arbeitet und Sport betreibt. Ruhe ist angesagt zum Wohl der Kinder.
Die Blutungen hören auf, die Schwangerschaft verläuft normal - weiterhin mit Schonung. Der Bauch wächst und wir sind alle ungeheuer stolz und voller Freude. Auf dem Ultraschall sind zwei kleine Babys zu sehen, sie liegen übereinander - so süß. Unsere Kinder bewegen sich. Das Eine tritt immer am Nachmittag, das Andere abends. Schon einen Meter Bauchumfang!
Nathalie
9 Monate
25. Schwangerschaftswoche. Heute ist Routineuntersuchung bei Frauenarzt. Die Kinder sind sehr gewachsen. Der Arzt schaut besorgt. Der Geburtskanal hat sich stark verkürzt. Viel Ruhe und Schonung. Wir haben Angst. Aus Sorge gehe ich am nächsten Tag wieder hin. Das CTG ist normal, ich höre die Herzschläge unserer beiden Babys. Der Muttermund ist weich, erklärt man mir und ich müsse sofort in die Klinik.
In der Klinik denken sie, ich komme zur Entbindung. Mein Bauch ist halt schon recht stattlich. Als ich erkläre, dass ich erst in der 25. SSW bin, werde ich sofort untersucht. Danach bricht Hektik aus. Ich blute und ein Arzt nach dem anderen erscheint. Einer spricht von Fehlgeburt. Ich sage nein, ich weiß, dass unsere Kinder leben und groß genug sind, um auf die Welt zu kommen; ich hatte nur irrsinnige Angst. Ich werde sofort operiert und bekomme eine Cerclage.
Wehenhemmer und die Angst vor einer Infektion, abends immer wieder Schmerzen. Der Wehenschreiber zeigt nichts. Das Bild einer glücklichen Geburt rückt in weite Ferne. Doch wir halten alles aus, wenn nur den Kindern nichts passiert.
Am Abend des dritten Tages ist alles aus. Eines unserer Babys hat sich schon fast auf die Welt gedrängt. Notkaiserschnitt, die Herztöne eines Babys sind nicht mehr festzustellen. 18.50 Uhr, ich falle in Narkose, die Kinder kommen um 19 Uhr auf die Welt. Nach vier Stunden komme ich langsam zu mir. Ich hoffe, dass die Kinder über 1000 g wiegen. Mein Mann sagt, dass wir zwei kleine Töchter haben, sehr kleine 900 g und 850 g. Statt Freude - Angst und Sorgen, so hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber sie leben, nur das zählt jetzt für uns.
Nathalie
15 Monate
Drei Tage komme ich noch nicht aus dem Bett. So langsam begreife ich erst was alles passiert ist. Ich will zu meinen Kindern. Jeder Anruf in der Kinderklinik macht mich unruhiger. Die Nachrichten und Beschreibungen, die mir mein Mann bringt, langen nicht mehr. Die Polaridfotos unserer Kinder genügen nicht. Wie winzig sind sie wirklich? Was brauchen sie an Geräten zum überleben, was bekommen sie an Medikamenten? Intensivstationen sind mir vertraut. Seit Jahren arbeite ich als MTA im Herzkatheterlabor. Ich muss alles wissen, dann kann ich die Lage unserer Kinder besser einschätzen. Jede Glückwunschkarte zur Geburt unserer Zwillinge tut mir weh. Ich bin nicht glücklich. Bei jedem Geschenk frage ich mich, ob sie es jemals tragen oder damit spielen. Tapfer ertrage ich die Gratulationen. Es ist gut, dass man uns gratuliert, aber es tut weh. Keine glückliche Schwangerschaft, kein Geburtserlebnis, kein erster Schrei unserer Babys. Der geliebte Bauch ist weg und keine Babys, die zufrieden in meinen Armen liegen. Nur die Angst beim Einschlafen und beim Aufwachen, den ganzen Tag. Mein Mann und ich nehmen uns bei der Hand und gehen unseren Weg der nun schwer vor uns liegt. ...
Nathalie
6 Jahre

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Elternkreis MA

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