Leben mit "Frühchen"
MANNHEIM: Elternkreis am KlinikumEltern von Frühchen oder kranken Neugeborenen sind beim Umgang mit ihren Kindern anders gefordert als bei regulären Geburten. Der Mannheimer Elternkreis für Frühgeborene und kranke Neugeborene will deshalb ein Anlaufpunkt für Betroffene und Interessierte sein, sagt der Vorsitzende Manfred Hetzel.
"Wir wollen uns gegenseitig Hilfestellung geben und sehen uns als Selbsthilfegruppe für Betroffene", erklärt Hetzel. "Eine Frühgeburt kommt meist völlig überraschend, und dann hat man in der Regel keinen Ansprechpartner". Aus diesem Bedürfnis heraus, nämlich Hilfe und Tipps nicht nur von Ärzten und Krankenschwestern, sondern auch von Betroffenen zu erhalten, hatte sich 1999 der Elternkreis aus einer lose organisierten Elternvereinigung um das Städtische Klinikum in Mannheim gebildet. Gründungsmitglieder des Vereins waren 43 Eltern, Krankenschwestern und Ärzte. Im Vordergrund des Elternkreises stehe die Eigenschaft des Vereins als Informationsportal für Betroffene und Interessierte. Durch Informationsveranstaltungen und Internetpräsenz wolle man Informationen schon im Voraus zugänglich machen.
Der Elternkreis, der sich hauptsächlich durch Spenden und Einnahmen aus Aktionen finanziert, setzt sich laut Hetzel auch im Mannheimer Klinikum für Eltern und Kinder ein. Bequeme Besucherstühle, so genannte "Känguru"-Mäntel zum Pflegen der Frühgeborenen oder die Einrichtung einer "Geschwister-Oase", in der die Geschwister der Frühchen während der Besuchszeiten betreut werden, sind nur einige Beispiele für die Arbeit des Elternkreises. Jüngstes Projekt ist eine Bücherspende mit Fachliteratur an die Stadtbücherei. Der Elternkreis organisiert Vorträge zu allgemeinen und speziellen Themen über Geburt und Kleinkinder. Dabei werden auch Kontakte zu anderen Vereinen gepflegt.
Unter den 350 Mitgliedern des Elternkreises befinden sich nicht nur betroffene Familien, sondern auch Krankenschwestern und Ärzte des Klinikums. "Inzwischen sind schon viele Freundschaften innerhalb des Vereins entstanden", freut sich Hetzel über die Kontakte untereinander, die schon seit Jahren gepflegt werden. (hgss)
Rheinpfalz, 2002
