In der Multihalle dreht sich alles ums Kind
Messe mit 70 Ausstellern noch bis Sonntag: Institutionen, Vereine und Firmen präsentieren sich
Es ist Liebe auf den ersten Blick: Tobias (zweieinhaln Jahre) packt das rote Gummitier bei den Hörnern, herzt und drückt es und reitet mit sichtlicher Begeisterung darauf herum. Mama Sybille hat alle Hände voll zu tun, den kleinen Mann an der Demontage der liebevollen Deko zu hindern, wie sie bei "Rund ums Kind" gleich an mehreren Ständen zu finden ist.70 Aussteller präsentieren noch bis Sonntag ihre Ideen und Produkte auf Deutschlands größter Eltern-Kind-Messe in der Multihalle (Herzogenriedpark), für die manche Besucher recht weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Auch Tobias Papa Andreas Zollner ist mit seiner Familie aus Gerolsheim angereist. "Hier hat man mal alles auf einen Blick, und muss nicht von Laden zu Laden rennen", begründet Zollner, den das Angebot schon im letzten Jahr überzeugte. Ob Kinderschuhe oder Holzspielzeug, Informationen über "Urlaub auf dem Bauernhof", den "Verein allein erziehender Mütter und Väter" oder "Väteraufbruch für Kinder" - die Palette ist bunt.
A propos Väter: Der Stand mit den Fahrradanhängern, in denen je nach Modell zwei Kinder oder auch Babys ab dem Sitzalter transportiert werden können, übt inmitten all der anderen Angebote offensichtlicht die größte Anziehungskraft auf die Herren der Schöpfung aus. "Kein Wunder", schmunzelt Aussteller Michael Schlosser aus Wallstadt - und wendet sich dem nächsten Vater zu, der mit ihm über die richtigen Fahrradhelme für den Nachwuchs fachsimpeln möchte.
Ein paar Schritte weiter wiegt Erika Schwartz ihre Enkelin Jennifer (3) auf dem Arm. "Meine Tochter hat micht mitgeschleppt", erklärt die 59-Jährige. "Und ich muss sagen: Für die Jungen Frauen ist das Angebot wirklich toll - als ich Mutter wurde, gab es so etwas jedenfalls nicht." Da lohnt sich auch die Anfahrt aus Pirmasens: Als Karin Geier-Schwartz (34) vor drei Jahren hochschwanger zum ersten Mal die Messe besuchte, lebte sie noch in Mannheim. Heute findet sie den Brutkasten besonders interessant, den die Kinderklinik Mannheim präsentiert. Loredana Struppa, Schwester von der Früh- und Neugeborenenstation, beantwortet geduldig neugierige Fragen. Nebenan präsentiert sich die "Kinderoase": eine Gruppe, die in der Kinderklinik ehrenamtlich Geschwister betreut, wenn die Eltern bei den "Frühchen" sind.
Sehr voll ist die Halle an diesem Freitagvormittag allerdings noch nicht. Martin Joerchel von der Verkehrserziehung der Polizei glaubt den Grund zu kennen:" Wer heute da ist, kommt geziehlt - und will sich in aller Ruhe beraten lassen."
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